Assessment of Parent-Child Interaction (APCI)

Beim APCI handelt es sich um ein neu entwickeltes musiktherapeutisches Beobachtungsverfahren zur Eltern-Kind-Interaktion. Der Fokus dieser Methode liegt auf der Einschätzung von Abstimmungsvorgängen zwischen Elternteil und Kind, Autonomieentwicklung und Bindungsverhalten. Das APCI erlaubt ein zugleich spielerisches und standardisiertes Vorgehen und bietet somit wertvolle Informationen für Familien, Familientherapeuten sowie für andere soziale Berufsgruppen. Das APCI stellt damit ein Untersuchungsinstrument dar, das gleichermassen ethisch angemessen, verlässlich und ansprechend ist, und dabei helfen kann, sowohl die Situation des familiären Zusammenlebens richtig einzuschätzen als auch die Richtung des therapeutischen Vorgehens zu lenken. Das ACPI hat im nordischen und angelsächsischen Raum bereits für Aufmerksamkeit gesorgt. So steht uns damit neben dem EBQ ein weiteres, valides und manualisiertes musiktherapeutisches Instrument zur Verfügung, welches die Beziehungsqualität wahrnehm- und messbar macht. Speziell ist beim APCI, dass die Beziehungsqualität zwischen zwei Klienten (Elternteil und Kind) im Zentrum steht (vgl. Lindahl Jacobsen & Stegemann 2016, 138-151 Musiktherapeutische Umschau).

Das APCI wurde an der Universität für Humanwissenschaften in Aalborg durch Frau Stine Lindahl Jacobsen entwickelt. Sie wird vom 1. bis 3. September 2017 an der ZHdK die erste Weiterbildung im deutschsprachigen Raum für Musiktherapeutinnen und Musiktherapeuten halten (Ausschreibung wurde an Mitglieder verschickt; ausserdem siehe auch homepage ZHdK). Ich selber möchte im Rahmen meiner Diplomarbeit zum Master in Klinischer Musiktherapie mit diesem Instrument arbeiten und hoffe sehr, dass der Kurs durchgeführt werden kann. Zudem kann ein Zustandekommen des Kurses als berufspolitisches Zeichen verstanden werden.

Guido Steinmann

 

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