Jahresbericht 2016 der Ethikkommission des SFMT

Die EK wurde 2016 weder um eine Stellungnahme gebeten noch bei einem Streitfall in Anspruch genommen.

Die Kommission hat sich im letzten Jahr drei Mal zu einer Sitzung in der Praxis von Astrid Lorz getroffen, bei der wir uns an dieser Stelle für ihr grosszügiges Entgegenkommen bedanken.

Bereits im vorangehenden Jahr hat die Ethikkommission sich Gedanken gemacht über ihre Erreichbarkeit für Patientinnen und Patienten, für deren Familie, für Therapeutinnen und Therapeuten und für die interessierte Öffentlichkeit, damit diese sich im Bedarfsfall an die Kommission wenden können. Sie hat eine an sich ganz einfache Frage gestellt: Wie weiss ein Patient/eine Patientin (die Öffentlichkeit), dass ihnen eine Ethikkommission zur Verfügung steht?

Um auf diese Frage zu antworten, wurde zu Anfang 2016 als Erstes eine spezifische Mailadresse geschaffen, ethik(at)musictherapy.ch, die nun auf der Website des SFMT unter der Rubrik „Kommissionen“ figuriert.

Im Weiteren können Sie im Newsletter dieses Frühlings die Empfehlung der EK an alle Musiktherapeutinnen und -therapeuten mit Privatpraxis lesen, ihre Patienten darüber zu informieren, dass sie sich in einem Streitfall an die EK wenden können.

Die EK hat dem Vorstand auch Vorschläge gemacht, um die Existenz der Kommission auf der Website des SFMT sichtbarer zu machen. Diese Vorschläge sind gegenwärtig noch in Diskussion.

Die EK ist erneut beunruhigt über das Fehlen einer Kontrolle der Supervision und der Weiterbildung innerhalb des SFMT. Sie hat dies dem Vorstand mitgeteilt, der entschieden hat, angesichts der gegenwärtigen Unsicherheit in berufspolitischen Fragen nicht darauf einzutreten.

Die EK versteht die Besorgnis des Vorstandes bezüglich der Zukunft des Verbandes und seiner Mitglieder, und dass deshalb diese Fragen im Moment Priorität haben. Sie hat deshalb darauf verzichtet, dieses Jahr eine Debatte über die Kontrolle von Supervision und Weiterbildung zu verlangen und will die weiteren Entwicklungen innerhalb des SFMT abwarten.

Welche berufspolitischen Entscheidungen aber der Verband auch fällen wird, die EK erachtet die Kontrolle von Supervision und Weiterbildung als einen entscheidenden Punkt, um in ethischer Hinsicht die Qualität der musiktherapeutischen Arbeit an den Patienten und, in berufspolitischer Hinsicht, die Anerkennung des Berufes im Umfeld zu sichern. Das Fehlen einer Kontrolle schwächt den Verband.

Fürs Erste wird die Generalversammlung heute gebeten, über eine Änderung des Ethikkodex zu diesem Thema zu befinden, um den französischen Text mit dem deutschen, direkter formulierten, in Übereinstimmung zu bringen.

Die EK ist sich bewusst, dass der Vorstand und die Verbandsmitglieder nicht grundsätzlich auf ihre Vorstösse und Anregungen gewartet haben. Aber es ist der erklärte Auftrag der Kommission, den Blickwinkel der Berufsethik einzunehmen – in Bezug auf Klienten wie auf Therapeutinnen –, die entsprechenden Fragen zu stellen und die diesbezüglichen Themen zu hüten. Diese ihre Aufgabe versucht die EK so gewissenhaft wie möglich wahrzunehmen.

Im Namen der SFMT Ethikkommission

Nicole Droin                                                                                                                     Übers. SA

Genf, März 2017

 

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