Aufruf an unsere Mitglieder

Welche Stimme geben wir der Musiktherapie?

 

Viele von uns verfolgen Radio- und Fernsehsendungen oder lesen populärwissenschaftliche Artikel über den Nutzen von Musik. Wie uns eines unserer Mitglieder aufzeigte, kommen oft Neuropsychologen, Sprachtherapeuten, Psychiater oder Musikforscher zu Wort. Leider werden wir Musiktherapeuten, trotz unserer Erfahrung, unseres Wissens und unserer Expertise nach wie vor selten von den Medien dazu angefragt.

Diese Beobachtung macht uns perplex. Unser Beruf ist noch jung, und wir stellen fest, dass die Musiktherapie den meisten Schweizern noch unbekannt ist. Wie können wir das ändern?

Erinnern wir uns, dass einer der Aktionspole des SFMT darin besteht, unseren Beruf bekannt zu machen und ihm Anerkennung zukommen zu lassen. Zu diesem Zweck engagiert sich der Fachverein mit Ständen auf Symposien, Messen oder Kongressen. Nehmen wir auch die Arbeit des EMTC zur Kenntnis, die in dieselbe Richtung geht, z.B. durch die Unterstützung der Organisation des Musictherapy-Day.

Leider betreffen diese Aktionen, auch wenn sie nicht zu vernachlässigen sind, oft nur einen kleinen Kreis der Bevölkerung: die im Gesundheitswesen tätigen Menschen.

Wir brauchen daher jeden Einzelnen von Ihnen, um voranzuschreiten. Es ist die Pflicht von uns allen, breit über unsere Arbeit zu sprechen, sie in unserer Gesellschaft bekannt zu machen und ihr Anerkennung zu verschaffen. Fangen wir innerhalb unserer multidisziplinären Teams an: Es geht darum, unsere Ziele, unsere Mittel und unsere differenzierten Beobachtungen sehr klar zu formulieren. Unterschätzen wir nicht den Beitrag unseres Mediums im Alltag der zu begleitenden Person, verwenden wir eine gemeinsame Sprache, um sie für unsere Kollegen verständlich zu machen.

Betreuen wir auch weiterhin Lernende aus anderen Bereichen, Praktikanten, beantworten wir Fragebögen von Studierenden, die sich für unseren Beruf interessieren.

Und dasselbe gilt in unseren privaten Kreisen. Trotz der Bewahrung unseres Berufsgeheimnisses, schildern wir unsere Eindrücke, unseren Enthusiasmus, unser Erstaunen, ... über unser tägliches Leben als Musiktherapeuten. Das Informelle bleibt ein wichtiges Mittel, um unseren Beruf zum Leben zu wecken.

Darüber hinaus möchten wir Sie zu Folgendem anspornen: wir danken Ihnen für die Zusendung jeden Artikels, jeder Radiosendung, Fernsehsendung etc., in dem die Vorzüge der Musik erwähnt werden, ohne dass den Musiktherapeuten eine Stimme gegeben wurde. Bitte helfen Sie uns bei dieser Arbeit der Informationsbeschaffung, damit wir direkt bei den Autoren ansetzen können, indem wir ihnen z.B. Unterlagen über unseren Beruf oder einen direkten Kontakt zusenden.

Auf diese Weise werden wir eine noch größere Sichtbarkeit erhalten, und es wird allmählich eine Selbstverständlichkeit sein, Musiktherapeuten anzufragen, wenn Musik und der Mensch im Mittelpunkt eines Programms oder Artikels stehen sollen.

 

Ihnen vielen Dank!

 

Anne-Laure Murer, Übers. DRS

 

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